insgesamt 112 Artikel
Spanbäume: Das filigrane Wunderwerk erzgebirgischer Handwerkskunst
Unter all den kunstvollen Objekten aus dem Erzgebirge nimmt der Spanbaum eine Sonderstellung ein. Er ist kein klassisches Spielzeug, sondern ein rein dekoratives Kunstwerk, das durch seine mathematische Präzision und natürliche Eleganz besticht. Die feinen, sich lockenden Zweige entstehen durch die geschickte Hand eines Drechslers und machen jeden Baum zu einem absoluten Unikat.
Die Kunst des Spanbaum-Stechens: Wie entsteht ein Lockenbaum?
Die Herstellung eines Spanbaums ist ein Prozess, der jahrelange Übung erfordert. Er wird nicht einfach geschnitzt, sondern "gestochen".
-
Das Material: Verwendet wird ausschließlich hochwertiges, geradmaseriges und feuchtes Lindenholz. Nur dieses Holz ist weich und biegsam genug, um die typischen Locken zu bilden, ohne zu brechen.
-
Die Technik: Ein konisch gedrehter Holzstab wird in eine Halterung gespannt. Mit einem speziellen, rasiermesserscharfen Flacheisen zieht der Handwerker Span für Span vom Stamm ab.
-
Die Locke: Der Clou dabei ist, dass der Span nicht ganz abgetrennt wird. Er rollt sich am Ende des Schnitts ganz natürlich auf und bildet so einen Ast. Schicht für Schicht entstehen so die charakteristischen Etagen des Baumes.
Vielfalt und Größen: Vom Miniaturbaum bis zum Prachtstück
Spanbäume gibt es in verschiedensten Ausführungen, passend für jede Dekorationsidee:
-
Natur belassen: Die klassische Variante zeigt die helle, warme Farbe des Lindenholzes und passt perfekt zu traditionellen Krippen oder Schwibbögen.
-
Farbig akzentuiert: Manche Modelle haben grün lasierte "Zweige" oder eine farbige Spitze, was ihnen einen moderneren Look verleiht.
-
Größenvariationen: Die Spanne reicht von winzigen 5 cm hohen Bäumchen für Miniatur-Szenen bis hin zu imposanten Prachtstücken von 50 cm oder mehr, die als Solitär im Raum stehen.